Bert Rürup: Keynesianische Konjunkturpolitik versagt – obwohl man sie gar nicht versucht hat. Angebotspolitik ist die Lösung – obwohl es unmöglich ist.

Bert Rürup ist ein Meister des Kurzschlusses. Genau deswegen ist der Mann, der sich vor Urzeiten sogar einmal als Sozialdemokrat ausgab, seit Jahrzehnten bei den herrschenden Parteien so beliebt und ist immer noch der „Chefökonom“ des Handelsblattes. Einen klassischen Kurzschluss hat er gerade in einem Artikel über Deutschland und Japan abgeliefert. Dank an den Leser, der mich darauf hingewiesen hat.

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Staatsschulden richtig vermessen: Warum Flassbecks Kritik in zwei Punkten zutrifft

Die deutsche Debatte über Staatsschulden wird fast vollständig von einer einzigen Kennzahl beherrscht: dem Verhältnis des Maastricht-Schuldenstands zum Bruttoinlandsprodukt. Deutschland lag 2023 mit 62,3 Prozent knapp über der europäischen Referenzgröße von 60 Prozent. Daraus wird regelmäßig geschlossen, der finanzpolitische Spielraum sei weitgehend ausgeschöpft. Heiner Flassbeck hat an dieser Betrachtungsweise zwei grundlegende Einwände formuliert: Der Finanzierungssaldo des Staates kann erstens nicht unabhängig von den Salden der übrigen Sektoren betrachtet werden. Zweitens ist es methodisch problematisch, eine Bestandsgröße wie den über Jahre aufgelaufenen Schuldenstand ausschließlich mit einer Flussgröße wie dem innerhalb eines Jahres erzeugten BIP zu vergleichen. Beide Einwände waren der Ausgangspunkt meiner Untersuchung der europäischen Staatsfinanzen. Die Ergebnisse bestätigen Flassbecks Kritik und zeigen zugleich, wie sie durch eine Bilanz- und Zinsanalyse konkretisiert werden kann. Ein Gastbeitrag von Christopher Koffer.

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Makroskop hat fertig

Mit den Worten: „Es war schön! Vielleicht kommen wir wieder“, hat sich Makroskop gestern (vorläufig?) bei seinen Lesern verabschiedet. 

Damit ist der Versuch, ein Medium zu schaffen, das vielen Menschen einen Zugang zu relevanter Ökonomik verschafft und im großen Fluss der Mainstreammedien wirtschaftlich mitschwimmen kann, vorerst gescheitert. Das ist sehr schade!

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Ausgaben vor Einnahmen: die zentrale ökonomische (Trivial-)Logik

Wer hat nicht schon die Mahnung seiner (Groß-)Eltern gehört: „Gib nicht mehr aus, als du einnimmst.“ Diese Lebensweisheit klingt nicht nur vernünftig, sondern ist für die allermeisten Menschen sogar selbstverständlich. Was auf der Mikroebene für einen privaten Haushalt zumindest langfristig gültig sein mag, kehrt sich jedoch auf der Makroebene in sein genaues Gegenteil um. Die wahrscheinlich folgenreichste und am häufigsten missverstandene gesamtwirtschaftliche Wahrheit lautet: Ausgaben und Einnahmen sind gesamtwirtschaftlich immer gleich hoch, aber die Ausgaben gehen den Einnahmen stets voraus. Nicht umgekehrt.

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„40 Stunden ohne Lohnausgleich mit den Betriebsräten aushandeln“ –  Der Offenbarungseid der deutschen Wirtschaftspolitik

Wenn man einmal beispielhaft sehen will, wie hilflos deutsche Politiker auf die wirtschaftliche Krise reagieren, muss man sich das Ende eines Interviews von Ricarda Lang anschauen, das sie heute bei ntv geführt hat. Auf die Forderung zu einer Einführung der 40-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich in der deutschen Automobilindustrie angesprochen, reagiert sie zunächst richtig und sagt, das sei eine Lohnkürzung. Doch dann gehen Frau Lang vollkommen die Argumente aus.

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